
Ursprünglich wurde die Bibel in Alt-Hebräisch (Altes Testament) bzw. Alt-Griechisch (Neues Testament) verfasst, beides sehr alte und nicht mehr gebräuchliche Sprachen. Es gibt deshalb viele Übersetzungen der Bibel unter anderem ins Deutsche, die jeweils unterschiedliche Charaktere haben. | Die hier vorgestellten Bibeln und die erklärenden Texte stammen aus "Das große Handbuch zur Bibel". Mehr Infos. | Die einen konzentrieren sich stärker auf die Verständlichkeit in der heutigen Sprache, die anderen halten sich näher am ursprünglichen Text, was aber oft auf Kosten des flüssigen Lesens geht. Jeder muss hier seine eigene "Lieblingsbibel" herausfinden.
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Elberfelder Bibel
Übersetzung, die den Grundtext genau und wortgetreu wiedergeben will, dies auch auf Kosten „sprachlicher Eleganz“. Schwierige und unübersichtliche Satzkonstruktionen des Grundtextes werden aber aufgebrochen und lesbarer gemacht. Zielgruppe: Leser, die durch die deutsche Übersetzung einen zuverlässigen Zugang zum Grundtext der Bibel suchen. Der Name der Bibel stammt vom Ort des Verlages (Wuppertal)-Elberfeld. Erstausgabe der Vollbibel 1871, Komplettrevision 1985.
Neues Leben Bibel
Neue Übersetzung, die lebensnah, leicht verständlich und doch sachlich und inhaltlich zuverlässig ist. Sie übersetzt den biblischen Urtext und gibt dabei die Gedanken des Originaltextes in der heute verwendeten Sprache treffend wieder. Erste Ausgabe (nur neues Testament) 2001, erste Gesamtausgabe 2005.
Lutherbibel
Klassische Bibel des deutschen Protestantismus und offizieller Text der Evangelischen Kirchen in Deutschland. Sie ist weitgehend wörtlich übersetzt, zum Teil allerdings auch freier. Gehobene, teilweise altertümliche Sprache, die aber durch den Gebrauch über die Jahrhunderte hinweg wiederum vertraut klingt. Eine Besonderheit sind die hervorgehobenen Kernstellen, die zum Auswendiglernen anregen sollen. Hebräer- und Jakobusbrief sind in der Reihenfolge des neutestamentlichen Kanons umgestellt. Erste Gesamtausgabe der Lutherbibel. Gedruckt bei Hans Lufft, Wittenberg 1534 Erstausgabe der Vollbibel 1534; letzte Komplettrevision 1984.
Gute Nachricht Bibel
Übersetzung in einfaches modernes Deutsch. Dichterische Texte sowie viele Hymnen und Lieder werden poetisch wiedergegeben. Komplizierte Sätze werden vermieden. Wo aus Verständnisgründen eine komplette Textaussage umstrukturiert und neu formuliert werden muss, kann es vorkommen, dass in der Zählung zwei oder mehr Verse zusammengefasst werden. Sie ist die einzige vollständig interkonfessionelle deutsche Bibelübersetzung. Zielgruppe: Leser, denen die Kirchensprache fremd ist. Erstausgabe der Gesamtbibel 1982. Revidierte Fassung 1997.
Hoffnung für Alle
Sehr leicht lesbare Übersetzung in flüssiges, modernes Deutsch. Im neutestamentlichen Teil (v.a. Briefe) übersetzt diese Bibelausgabe sehr frei. Zielgruppe: Junge Leute mit kirchlichem Hintergrund und Menschen, die evangelistisch angesprochen werden sollen. Erstausgabe des Neuen Testaments 1983, Gesamtausgabe 1996.
Einheitsübersetzung
Übersetzung in gehobenem Deutsch, veraltete bibelsprachliche Wendungen werden vermieden. Die Einheitsübersetzung ist offizieller Bibeltext der katholischen Kirche für Gottesdienst, Unterricht und Seelsorge. Der Name erklärt sich als Reaktion auf den in früheren Zeiten üblichen Gebrauch unterschiedlicher Bibelübersetzungen in verschiedenen Diözesen. Die Spätschriften (Apokryphen/deuterokanonische Schriften) sind nach katholischem Verständnis Bestandteil des Alten Testaments und deshalb je nach Schriftengruppe auf das ganze Alte Testament verteilt. Erstausgabe 1979 

Albrecht
Philologisch akzentuierte, aber relativ flüssige Übersetzung des Neuen Testaments und der Psalmen von Ludwig Albrecht (Theologe; 1861-1931). Zum Verstehen tragen zahlreiche
Fußnoten bei, stellenweise allerdings in schon kommentarhafter Breite. Zielgruppe: am Bibelstudium interessierte Leser ohne theologische Vorbildung. Erstausgabe Neues Testament 1920, Psalmen 1927.
Bruns
Relativ wörtliche Übersetzung des Theologen Hans Bruns (1895-1971), die aber z.T. in
Klammern gesetzte erklärende Verdeutlichungen enthält. Die traditionelle Bibelsprache ist durch
Formulierungen im neueren Deutsch aufgelockert und liest sich dadurch flüssiger. Zwischen
den Bibeltexten finden sich Kommentierungen, die weniger informativ als erbaulich sind.
Zielgruppe: Christen, denen das geistlichpraktische Leben wichtiger ist als die Kenntnis
biblischer Hintergründe. Erstausgabe 1962. Nach diversen Verbesserungen Neuausgabe 1993.
Buber
Sehr wörtliche Übersetzung des Alten Testaments durch den Religionsphilosophen Martin Buber
gemeinsam mit Franz Rosenzweig. Von ein und demselben hebräischen Wortstamm abgeleitete
Wörter werden möglichst auch im Deutschen von Wörtern desselben Stammes wiedergegeben,
auch wenn solche Wörter im Deutschen nicht gebräuchlich sind. Dies führt zu ungewohnten
Sprachkonstruktionen. Die Folge der biblischen Bücher entspricht der Aufteilung im jüdischen
Kanon. Zielgruppe: Leser, die bereit sind, sich in eine ganz andere biblische und sprachliche Welt
einzufühlen, um der hebräischen Denkweise nahe zu kommen. Erstausgabe 1925-1929 in
Einzelbänden, neu bearbeitet 1954-1962.
Interlinearübersetzung
Wort-für-Wort-Übersetzung, bei der der deutsche Text zeilenweise unter dem hebräischen bzw. griechischen Grundtext steht. Nicht zum flüssigen Lesen, sondern als Verstehenshilfe gedacht. Erstausgabe 1986.
Menge
Übersetzung des Philologen Hermann Menge (1841-1939) in gehobener, aber nicht altertümlicher Sprache. Dem Text sind in Klammern viele Erklärungen und Verdeutlichungen beigegeben. Eine Besonderheit ist die mehrstufige Gliederung des Bibeltextes durch ausführliche Überschriften. Zielgruppe: Leser, die eine Studienbibel suchen, die gleichzeitig Grundtextnähe wie auch lesbare Sprache aufweist. Erstausgabe der Vollbibel 1926.
Neue Genfer Übersetzung
Derzeit noch im Entstehen begriffene Übersetzung zunächst des Neuen Testaments. Übersetzung in zeitgemäßes flüssiges Deutsch, aber wörtlicher als etwa die Gute Nachricht Bibel. Zielgruppe: Leser mit kirchlichem Hintergrund, die einen leichten Zugang zum Bibeltext suchen, aber auch (z.T. über Fußnoten) den wörtlicheren Text kennen lernen wollen. Veröffentlichung sukzessive in Einzelbänden seit 1989.
Hamp/Stenzel/Kürzinger (Pattloch)
Philologische Übersetzung im Deutsch der Gegenwart. Die Sprache ist prägnant und lässt
sich flüssig lesen. Im katholischen Raum entstanden und dort auch vor Drucklegung der
Einheitsübersetzung primär benutzte Bibel. Die Einleitungen zu den biblischen Büchern sind
darauf bedacht, im Einklang mit der katholischen Tradition zu bleiben. Erstausgabe 1955/56, neu
überarbeitet Altes Testament 1962, Neues Testament 1979.
Schlachter
Auf große Genauigkeit bedachte Übersetzung des Schweizer Predigers Franz Eugen Schlachter
(1859-1911). Traditionelle, der Zürcher Bibel nahestehende kraftvolle Sprache. Besonders
verbreitet in evangelischen Gemeinschaftskreisen in Deutschland und der Schweiz. Erstausgabe der Vollbibel 1905. Revision 1998.
Stern (Das Jüdische Neue Testament)
Wortgetreue Übersetzung (im Original englisch) mit unübersetzten hebräischen Begriffen im Text, die in Fußnoten erklärt werden. Jüdische Eigenund Ortsnamen werden aus der griechischen in die hebräische Form zurückübersetzt. Zielgruppe: Messianische Juden, aber auch nichtjüdische
Christen, die den Hintergrund des Neuen Testaments kennen lernen wollen. Englische Erstausgabe 1989; deutsche Erstausgabe 1994.
Zink
Sehr freie und teilweise bearbeitende Übersetzung von Jörg Zink in prägnanter Sprache von dichterischer Kraft. Zielgruppe: Leser, die mit einer traditionellen Bibel Schwierigkeiten haben
oder auch solche mit Freude an sprachlichem Wohlklang. Erstausgabe 1965/1966; Neubearbeitung 1998.
Zürcher Bibel
Bibel der Schweizer reformierten Tradition. Philologisch-wortgetreue Übersetzung, teils
gehoben und kraftvoll, teils etwas umständlich. Zielgruppe: Leser, die der Zürcher Reformation
nahe stehen, aber auch andere traditionelle Bibelleser, die nach einer differenzierten Wortwiedergabe fragen. Erstausgabe 1531, neu übersetzt 1907-1931. 
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